Die horizontale Schneckenzentrifuge ist eine speziell für Bohrspülungen in der Erdölindustrie konzipierte Fest-Flüssig-Trennmaschine. Sie besteht aus einer Trommel, einer Schnecke, einem Differentialsystem, einer Flüssigkeitsstandssperre, einem Antriebssystem und einem Steuerungssystem. Diese Anlage kann das Beschicken, die zentrifugale Sedimentation und das Entladen bei voller Drehzahl durchführen. Zu ihren Hauptaufgaben zählen die Rückgewinnung von Barit, die Entfernung feiner Feststoffe, die Reduzierung des Feststoffgehalts der Bohrspülung sowie die Regelung von Dichte und Viskosität. Kurz gesagt sorgt sie dafür, dass die Bohrspülung stets optimal funktioniert und trägt so zum schnellen Bohren bei.

Das Funktionsprinzip beruht auf der zentrifugalen Sedimentation. Die Suspension gelangt über die Zuführleitung in die Trommel. Unter Wirkung der Zentrifugalkraft werden die Feststoffpartikel an die Innenwand der Trommel gedrückt und durch die Schaufeln des Schneckentransporters am kleinen Ende über die Schlackenaustrittsöffnung abgeführt. Die Flüssigkeitsphase läuft am großen Ende über die Überlauföffnung ab. Dieser Vorgang wiederholt sich kontinuierlich und ermöglicht so eine fortlaufende Trennung.
Die Faktoren, die die Leistung horizontaler Schneckenzentrifugen beeinflussen, lassen sich in drei Kategorien einteilen: nicht einstellbare mechanische Faktoren, einstellbare mechanische Faktoren und Prozessfaktoren.
Zu den nicht einstellbaren mechanischen Faktoren zählen zunächst der Trommeldurchmesser und die effektive Länge. Diese wirken sich unmittelbar auf die Sedimentationsfläche aus. Je größer Durchmesser und Länge sind, desto höher ist die Verarbeitungskapazität. Als Nächstes folgt der halbe Kegelwinkel der Trommel. Eine Erhöhung des Kegelwinkels verbessert zwar die Klärwirkung, verringert jedoch die Schlammausfuhr- und Entwässerungseffizienz. Ein weiterer Faktor ist die Steigung der Schnecke. Ist die Steigung zu groß, steigt das Risiko einer Materialverstopfung und es können Vibrationen auftreten. Bei schwer separierbaren Materialien wird eine kleinere Steigung empfohlen. Schließlich spielt auch der Schneckentyp eine Rolle – Gegenstrom- und Mitstromtypen weisen unterschiedliche Leistungsmerkmale auf; beim Gegenstromtyp kann es durch Aufschwimmen bereits abgesetzter Partikel zu einer Beeinträchtigung der Trennung kommen.
Einstellbare mechanische Faktoren bieten den Bedienern Spielraum zur Optimierung. Die Trommelgeschwindigkeit beeinflusst die Größe der Zentrifugalkraft. Eine Erhöhung der Geschwindigkeit verbessert die Verdichtung der Feststoffphase, doch zu hohe Geschwindigkeiten beschädigen die Flockenstruktur, verringern die Entwässerungswirkung und erhöhen den Energieverbrauch sowie den Verschleiß der Anlage. Die Differenzialgeschwindigkeit (Differenzialverhältnis) stellt einen weiteren wichtigen Einstellparameter dar. Eine Erhöhung der Differenzialgeschwindigkeit steigert die Schlammaustragskapazität, verkürzt jedoch die Entwässerungszeit, was zu einem höheren Feuchtigkeitsgehalt des Schlammkuchens und einer geringeren Filtratqualität führt. Die Dicke der Flüssigkeitsring-Schicht wird durch Verändern der Höhe der Flüssigkeitsstand-Abdeckung eingestellt. Eine Erhöhung der Dicke erweitert den Sedimentationsbereich und verbessert die Filtratqualität, verkürzt jedoch die Trockenzone und verringert den Feststoffgehalt im Schlammkuchen. Eine Verringerung der Dicke bewirkt das Gegenteil. Eine konstante Höhe der Abdeckung hilft, Schwingungen der Anlage zu vermeiden.
Auch Prozessfaktoren spielen eine bedeutende Rolle. Vor der Schlamm-Entwässerung fügen Betreiber üblicherweise ein organisches hochmolekulares Flockungsmittel wie PAM hinzu, um die Entwässerungsleistung zu verbessern. Bei der Auswahl der Chemikalien müssen sowohl die Eigenschaften des Schlammes als auch die Betriebsbedingungen der Anlage berücksichtigt werden. Einige Flockungsmittel, die sich in Laborversuchen gut bewähren, zeigen im praktischen Einsatz schlechte Ergebnisse, einfach weil sie nicht zu den Betriebsbedingungen der Anlage passen.
Das Verständnis dieser drei Kategorien – nicht verstellbare mechanische, verstellbare mechanische und Prozessfaktoren – hilft Betreibern dabei, das Maximum aus ihrer horizontalen Schneckenzentrifuge herauszuholen. Eine sachgerechte Einstellung bedeutet eine bessere Bariterückgewinnung, eine feinere Feststoffabscheidung, geringere Flüssigkeitskosten und weniger Bohrprobleme.